Presse - 2017


25.08.2017 - Sächsische Zeitung

Alte Liebe rostet nicht

Am Sonntag rollen wieder auffällige Fahrzeuge durch Freital. Ihr Ziel ist das jährliche Treffen der Oldtimer.

Von Rudi Sebrein

sz_img_25082017big Freital. Sie sind laut, technisch nicht auf dem neuesten Stand und auch optisch sind sie Geschmackssache. Was für viele elektronische und technische Geräte das Ende ihrer Nutzung bedeutet, weckt bei Liebhabern alter Fahrzeuge erst das Interesse. Die gepflegt in die Jahre gekommenen Wagen dürfen auch dieses Jahr wieder beim Treffen der Oldtimer und Youngtimer auf dem Gelände der Sandstrahltechnik Freital in Hainsberg bestaunt werden. (Bild: Veranstalter Mirko Naumann vor einem Lincoln aus den 1970er-Jahren. Das Treffen der Oldtimer und Youngtimer feiert siebentes Jubiläum. Foto: Karl-Ludwig Oberthür)

Möglich macht dieses jährliche Event Mirko Naumann. Auch nach sieben Jahren des Bestehens überrascht ihn der große Andrang immer wieder. "Wir hätten alle nie damit gerechnet, dass das Treffen mal solch einen Zulauf bekommen würde", erzählt Mirko Naumann. Jährlich besuchen rund 600 Leute die Veranstaltung auf dem kleinen Firmenplatz in der Nähe des Hainsberger Bahnhofs. Etwa 140 Fahrzeuge reisen jedes Jahr nach Freital, um von Fans der alten Karossen begutachtet zu werden. Die Verbindung zwischen Mirko Naumann und seinen geliebten Oldtimern besteht schon lange. Die Grundlage wurde bereits in der Jugend gelegt, da er sich schon immer für Autos begeisterte.

"Fast jeder Junge hatte doch in seiner Kindheit oder Jugend ein Auto, was er besonders fand. Eines, das man unbedingt auch mal selber fahren wollte", erzählt er. Ein Problem gab es dabei jedoch immer: die Finanzierung. Nach Jahren der Arbeit konnte auch diese Hürde gemeistert werden. Der Traum, der in der Jugendzeit so weit entfernt schien, wurde Wirklichkeit. "Irgendwann kaufst du dir halt einfach mal eins", sagt Mirko Naumann. Dem Besitzer der Firma für Sandstrahltechnik haben es damals vor allem alte BMWs und Audis angetan, erzählt er. So lag es nah, dass er sich für einen 7er BMW aus dem Jahr 1989 entschied. Bis aus dem erfüllten Traum das Treffen wurde, verstrich jedoch wieder einige Zeit. Die endgültige Idee entstand dann in entspannter Gesellschaft.

"Es war eine Stammtisch-Idee. Ich saß mit Kumpels zusammen und wir redeten darüber, dass es im Umkreis wenige solcher Treffen gab und wir doch unser eigenes machen könnten", so Mirko Naumann.

Im Jahr 2010 fand dann die Premiere statt, die bereits ein voller Erfolg war. Schon bei der zweiten Veranstaltung konnte dann die Rekordbesucherzahl von rund 1.300 Leuten verzeichnet werden. Seitdem gewinnt das Event stetig an Beliebtheit. Auch die siebente Runde soll dazu beitragen. Diese findet am Sonntag, dem 27. August, statt. Da es keine Beschränkungen für die Teilnahme gibt, dürfen sich die Besucher auf Fahrzeuge aller Art und Herkunft freuen. Von amerikanischen Karossen, über alte Feuerwehren bis hin zu Motorrädern wird alles geboten. Die Aussteller kommen dabei meist aus dem Umkreis von Dresden oder dem Landkreis Meißen.

Die Veranstaltung beginnt um 9.00 Uhr und wird voraussichtlich bis in die frühen Abendstunden dauern. Für das leibliche Wohl wird mit Essen vom Grill und belegten Fischbrötchen gesorgt. Ein Bierwagen und verschiedene Cocktails werden ebenfalls geboten sein. Während die Fans alte Wagen bestaunen, dürfen sich Kinder auf eine Hüpfburg freuen.

oben ^ |


27.07.2017 - Sächsische Zeitung

Mit dem DDR-Wohnwagen ins Osterzgebirge

In Liebenau treffen sich am Wochenende die Fans von Trabi und Co. Dabei gibt es einige Überraschungen zu erleben.

Von Maik Brückner

sz_img_27072017big Liebenau. Peter Schönfeld ist fasziniert von den DDR-Fahrzeugen. "Die Technik ist überschaubar", sagt der 39-Jährige. Mit der Zeit hat sich der gelernte Zerspaner ganz gut eingefuchst, kann vieles selbst reparieren. Gelegenheiten dazu hat er ausreichend. Denn der junge Mann ist stolzer Besitzer von drei Autos "Made in GDR". Zu seinem Fuhrpark gehören schon seit Längerem zwei Trabis. Vor gut zwei Monaten hat er sich noch einen Wartburg, Baujahr 1989, zugelegt. Dieser steht derzeit noch in seiner Schrauberwerkstatt. Dort verbringt Peter Schönfeld fast jede freie Minute, um den Oldtimer flott zu bekommen. Denn schon am Wochenende möchte er mit diesem unbedingt ins Osterzgebirge nach Liebenau fahren. Dort findet ein Ostfahrzeugtreffen statt, das inzwischen achte. (Bild: Klaus Tiebel und Peter Schönfeld (links) sind nicht nur Oldtimerfans. Beide helfen auch bei der Organisation des achten Liebenauer Ostfahrzeugtreffens mit. Foto: Egbert Kamprath)

Peter Schönfeld wird nicht nur seinen aufgehübschten Wartburg zeigen, sondern auch seinen DDR-Wohnwagen vom Typ Junior. Auch den hat der Dresdner selber hergerichtet. Nach Liebenau fährt er aber nicht nur, um seine Schmuckstücke zu zeigen. Der 39-Jährige wird bei der Organisation der Veranstaltung mithelfen. Für ihn ist das eine Ehrensache. Schließlich gehört er dem Veranstalter des Treffens, dem Verein der Trabant- und Ostfahrzeugfreunde Osterzgebirge, an. Es mache Spaß, mit den Trabis durch die Landschaft zu fahren, vor allem durchs Glashütter Müglitztal und nach Altenberg hinauf, erzählt er. Wie viele Autos bei dem Treffen am Wochenende zu sehen werden, kann Schönfeld noch nicht sagen. Eine verbindliche Anmeldung sei nicht nötig. "Wer kommen möchte, kann kommen", sagt er. Deshalb darf man gespannt sein, welche Modelle neben den Trabis und Wartburgs noch zu sehen sein werden.

Rutsche Marke Eigenbau

Nur so viel ist sicher: Die Zahl der Teilnehmer steht und fällt mit dem Wetter. Im vergangenen Jahr kamen 220 Oldtimerfreunde nach Liebenau. Der Verein habe sich auch darauf eingestellt, dass auf dem Festgelände wieder viele Kinder sein werden. Deshalb gibt es eine Hüpfburg und eine Rutsche Marke Eigenbau, die den Kindern auf jeden Fall gefallen wird. Mehr möchte Schönfeld noch nicht verraten. Er hofft, dass der nur zehn Mitglieder starke Verein auch dieses Treffen wieder meistern wird. Es werde ein Kraftakt, aber einer, der zu schaffen sei.

oben ^ |


26.06.2017 - Sächsische Zeitung

Kultig

Der Trabant ist beliebt. In Freital waren am Sonnabend seine Fans vereint - zum Jubiläum.

Von Verena Schulenburg

sz_img_26062017_1big Freital. Sonne satt, coole Musik und knatternde Motoren. Die Rennpappen leben. Davon konnten sich am Sonnabend hunderte Besucher in Freital überzeugen. Ein Trabant reihte sich an den anderen auf dem Gelände an der Papierfabrik. Rund 200 Fahrzeuge gab es zum Trabitreffen zu bestaunen. Eine Veranstaltung, die vom Trabant Team Freital und der Kultur- und Tanzwerkstatt zum fünften Mal in Folge ausgerichtet wurde. In lockerer Atmosphäre sind Trabifans aus der Region, aber auch aus Brandenburg und dem Thüringer Wald ins Gespräch gekommen. (Bild rechts: Mehrere Hundert Besucher kamen am Sonnabend bei herrlichem Sommerwetter auf das Gelände an der Hainsberger Papierfabrik, um sich die Kultwagen aus DDR-Zeiten anzusehen, zu fachsimpeln und in Erinnerungen zu schwelgen. Foto: Andreas Weihs)

sz_img_26062017_2big Allesamt vereint eines: die gute alte Rennpappe, wie der Trabi gern genannt wird. Der Trabant feiert in diesem Jahr sogar ein rundes Jubiläum: Vor 60 Jahren rollte der erste Trabant in Zwickau vom Band - und mitunter noch heute. Der Trabi ist Kult und das Ergebnis echter Handarbeit. Das haben etliche Trabifans zum Treffen bewiesen. So auch Jean-Pierre Fournes aus Dorfhain. Der 44-Jährige kam mit seinem Sohn Maurice-Etienne nach Freital, um die eigene Rennpappe zu präsentieren. "Drei Jahre lang habe wir gemeinsam daran gebastelt", erzählt Jean-Pierre Fournes, quasi ein Vater-Sohn-Projekt. Rund 5.000 Euro stecken in dem rot-weißen Modell 601. Der Trabant aus dem Jahr 1975 gehöre seinem Sohn, der demnächst eine Lehre zum Werkzeugmechaniker beginnt. Sobald er Führerschein in der Tasche hat, will der 17-Jährige mit seinem Trabi zur Arbeit fahren. "Er hat schon jetzt mehr Ahnung davon als ich", sagt sein Vater und lacht. (Bild links: Das Vater-Sohn-Projekt. "Als Besucher waren wir schon zweimal zum Trabitreffen in Freital. Dieses Jahr sind wir erstmals mit eigenem Trabi dabei. An dem Trabant Modell 601 aus dem Jahr 1975 haben wir drei Jahre lang gebaut und ihn dann neu lackiert. Jede Schraube hatten wir in der Hand. Nun ist er fertig." Jean-Pierre Fournes (44) und Maurice-Etienne (17) aus Dorfhain. Foto: Andreas Weihs)

sz_img_26062017_3big Ahnung haben sie wohl alle irgendwie, die Trabi-Besitzer. "Der Trabant-Fahrer ist handwerklich begabt", bestätigt Gunnar Geißler vom Trabant Team Freital. Die Technik des Zweitakters ist überschaubar. Ersatzteile gibt es relativ günstig zu kaufen. Das macht es möglich, selbst Hand anzulegen. Dafür hat der Trabi ein scheinbar unendliches Leben. "Er ist haltbarer gebaut als moderne Autos, eben nicht fürs Wirtschaftswunder", sagt er. Jahrzehnte auf dem Buckel schaffen heutige Fahrzeuge kaum noch. Die Oldtimer-Zulassung ab einem Alter von 30 plus zu erhalten, scheint dagegen für viele Rennpappen ein Leichtes zu sein - Pflege vorausgesetzt. (Bild rechts: Der Cabrio-Fan. "Dieser Trabi aus dem Jahr 1987 war mal eine weiße Limousine vom Typ 601, stand 13 Jahre im Garten meiner Tochter. 2008 habe ich den Trabi in die Werkstatt geholt, zerlegt und zum Cabrio neu aufgebaut. Die Bauteile sind alle original. Darauf habe ich wert gelegt. Ich bin hier jedes Jahr beim Trabitreffen." Trabifan Franz (67) aus Seifersdorf. Foto: Andreas Weihs)

sz_img_26062017_4big Dennoch: Jeder neue Kleinwagen verspricht mehr Ausstattung, als ein Trabi sie bieten kann. "Wer Trabi fährt, muss mitdenken", sagt Geißler. Ein bisschen sei es wie Motorradfahren. Die "Pappe" büßte trotzdem nichts an Beliebtheit ein. In den vergangenen drei Jahren sind sogar wieder mehr Trabis - die wohl zwischenzeitlich stillgelegt waren - wieder zugelassen worden, erzählt Geißler. Warum ist das so? Der Trabant weckt Erinnerungen. So geht es auch Jens Wohlrabe. Der 41-Jährige hat nicht nur seinen Heimatort Zwickau mit dem Trabanten gemeinsam. Er saß zum ersten Mal in einem Trabi am Steuer. Zum Trabitreffen in Freital ist er in seinem Auto aus dem Jahr 1959 angereist. (Bild links: Der Kindheitstraum. "Ich habe von dem Trabitreffen hier gehört und dachte, da fahre ich mal hin. Als Kind bin ich immer bei meinem Onkel im Trabi mitgefahren und auch mein erstes Auto war ein Trabant. Das prägt. Vor drei Jahren habe ich diesen Trabi P 50 aus dem Jahr 1959 günstig erstanden und neu aufgebaut." Jens Wohlrabe (41) aus Zwickau. Foto: Andreas Weihs)

Zu DDR-Zeiten war der Trabi ein Familienauto. Mit ihm ging es zum gemeinsamen Camping. Der Trabant ist noch heute ein Auto, das verbindet. Auch wenn für Familienreisen mittlerweile gern zu mehr Komfort gegriffen wird.

oben ^ |


22.06.2017 - Sächsische Zeitung

Rennpappen treffen sich

Dieses Jahr gibt es ein rundes Jubiläum. Das Trabant Team Freital hat sich deshalb etwas überlegt.

sz_img_22062017big Freital. Am Sonnabend, 24. Juni, startet die fünfte Auflage des Freitaler Trabitreffens auf dem Gelände an der Papierfabrik, Dresdner Straße 357. Eingeladen sind nicht nur Fahrer mit Fahrzeugen des Herstellers AWZ/Sachsenring, sondern auch die der kompletten IFA-Palette und deren Importmarken. Das Trabant Team Freital hofft natürlich auch auf viele Besucher ohne Fahrzeug. (Bild: Das Trabant Team Freital feiert 60 Jahre Trabant. Foto: Archivaufnahme von Karl-Ludwig Oberthür)

Los geht es 9.00 Uhr mit der Anreise im Fahrerlager an der Papierfabrik. Auch dieses Jahr gibt es einen runden Anlass zum Feiern: Die ersten 60 Fahrzeuge des Typs Trabant erhalten eine tolle Urkunde zum 60. Jubiläum. Gegen 11.00 Uhr beginnen die Fahrzeugbewertungen, die Siegerehrung ist für 17.30 Uhr geplant. Außer Autos gibt es für die Gäste noch vieles mehr zu sehen. Es stellen sich örtliche Vereine vor, außerdem sind Ersatz- und Tuningteile erhältlich. Kleine Gäste erwartet unter anderem eine Hüpfburg und Kinderschminken. (SZ)

oben ^ |


15.06.2017 - Wochenkurier

Die "Rennpappe" lebt weiter

5. Freitaler Trabi-Tagestreff am 24. Juni an der Papierfabrik.

wk_img_15062017big Freital. Am 24. Juni startet die fünfte Auflage des Freitaler Tagestreffens auf dem Gelände Dresdner Straße 357, an der Papierfabrik. Eingeladen sind nicht nur Fahrerinnen und Fahrer mit Fahrzeugen des Herstellers AWZ/Sachsenring sondern auch die der kompletten IFA-Palette und deren Importmarken, unabhängig ihrer Ausführungen.

Für alle Gäste mit oder ohne Fahrzeug, für Groß und Klein wird Interessantes geboten, ein durchgängiges Rahmenprogramm sorgt für Unterhaltung. (Da schlagen die Herzen der Trabi-Fans höher. Foto: Trabant Team Freital e.V.)

Um 9.00 Uhr beginnt die Anreise und der Einlass der Gäste im Fahrerlager, an der Papierfabrik in Freital-Hainsberg. Auch in diesem Jahr gibt es einen runden Anlass zum Feiern. Die ersten 60 Gastfahrzeuge des Typs Trabant erhalten eine tolle Urkunde zum 60. Jubiläum. 10.00 Uhr dann Frühschoppen in geselliger Runde. Um 11.00 Uhr beginnen die Fahrzeugbewertungen; ab 12.00 Uhr Mittagstisch. 15.00 Uhr werden die Fahrzeugbewertungen und Wettbewerbe abgeschlossen.

Bewertet werden die Fahrzeuge in sechs Kategorien: (1) Trabant Limo/Kombi; (2) Trabant Kübel/Tramp; (3) Trabant Tuning/Umbau; (4) IFA Pkw; (5) IFA Krad und (6) IFA Nutzfahrzeuge.

Gegen 17.30 Uhr werden die schönsten Gastfahrzeuge geehrt und ab 18.00 Uhr heißt es Abschluss-Feeling mit noch jeder Menge Überraschungen. Ganztägig stellen sich Vereine vor, u.a. die Tanzsparte der Kultur- und Tanzwerkstatt, gibt es Ersatz- und Tuningteile, Attraktionen für die Kinder und natürliche ausreichend Speis und Trank.

Besucher mit Nicht-IFA-KFZ nutzen aus Platzgründen bitte den kostenfreien öffentlichen Parkplatz am Bahnhof Freital-Hainsberg. (caw)

oben ^ |


23.05.2017 - Lausitzer Rundschau

Wie Silvio Walusch zu seinen Rennpappen kam

Beim Großgraber Trabant- und Oldtimertreffen sind mehr als 100 Autos zu sehen gewesen. Auch "Trabi-Opa" Reinhard Schöne aus Freital kam.

lr_img_23052017big Großgrabe/Bernsdorf. Die Forstmühle ist drei Tage lang Ziel von Fans alter Autos gewesen. Zum fünften Mal hatten die "Trabant- und Oldtimerfreunde Großgrabe" zum Treffen eingeladen. Mehr als 100 Fahrzeuge waren zu sehen. Ein ausgedienter Trabi durfte sogar von den Kindern bemalt werden. Es dauerte gar nicht lange, da sah das Auto von außen mit Blumen, Sonnen sowie etlichen Phantasiegebilden richtig gut aus. Einer der kleinen Künstler war Tom aus Potsdam. Er sagte nur: "Wann kann man denn schon mal einen Trabi bemalen?" Ein paar Meter weiter machte es sich ein kleiner Hund in einem knallroten Trabi bequem. "Sissi" war regelrecht anzusehen, dass sie sich wie eine Kaiserin fühlte. (Bild: Der Freitaler Reinhard Schöne (76) hat viel Freude an seinem Trabant. Foto: H. Hirschfeld)

Etwas abseits fachsimpelten zwei Trabifreunde - Roland Dantz, Oberbürgermeister von Kamenz und Dr. Bernd Portsch, der sein "Schätzchen" mitgebracht hatte. "Ich war zu DDR-Zeiten auch stolzer Besitzer eines Trabis. 1989 vor der Wende endete unsere Liebe in der Nähe von Neukirch. Nichts ging mehr. Das Ende für meinen ganzen Stolz. Von einem Bekannten kaufte ich eine Trabibestellung ab. Zwei Monate vor der Wende kam mein Neuer. Dann kam die Wende und mit ihr ungeahnte Möglichkeiten. Man interessierte sich für alles, aber nicht gerade für einen Trabant. Auch ich wollte meinen loswerden. Einer gab mir für ihn eine Flasche Wein. Die Flasche ‚Murfatlar' steht heute noch in meiner Schrankwand. Denn es wird wohl die teuerste Flasche Wein meines Lebens gewesen sein", so Roland Dantz.

Einer, der seinen Trabi nicht loswerden will, sondern gleich fünf mitgebracht hat, ist Silvio Walusch, Chef des Großgraber Clubs und Hauptorganisator der Veranstaltung. Der 33-jährige gelernte Lackierer erzählt, wie er zu dem Hobby kam. "Das war so vor etwa 15 Jahren. Mein Vater hatte schon einige Zeit einen Trabant 601 unterm Apfelbaum stehen. Den wollte ich natürlich wieder fahren sehen, zumal er genausoalt wie ich war. Nach zwei Jahren intensiver Arbeit war es dann soweit. Mein Vater und ich meldeten unser ‚Schätzchen' bei den Behörden an. Mit der Zeit wuchs er mir ans Herz, wie ein lieber Bruder. Meine Schwester Anja habe ich auch schon infiziert. Beim Trabitreffen heute betreibt sie einen Getränkewagen."

Ein weiterer Mann, ohne den sein Hobby nicht durchführbar gewesen wäre, ist Jochen Teuber, der in Lückersdorf eine Kfz-Werkstatt betreibt. "Er war so manches Mal, wenn ich nicht mehr weiter wusste, Helfer in der Not", erzählt Silvio Walusch.

Wie er zu seinen weiteren Trabis kam? Ein Arbeitskollege kannte jemanden, der einen 55 Jahre alten Trabi, der dem Vergammeln preisgegeben war, im Garten stehen hatte. "Den wollte ich natürlich unbedingt haben. 250 Euro war sein Preis, da musste ich aber noch so eine ‚Rennpappe' mitnehmen. Da hatte ich schon drei Trabis. Außer den fünf auf dem Trabitreffen ausgestellten Autos, habe ich noch drei im Aufbau", erzählt der Mann mit der Jacke, auf der Silvio steht.

2012 gründete er mit noch vier "trabiverrückten Schraubern" den "Trabant- und Oldtimerverein Großgrabe". Einer hilft dem anderen. Es wurden auch Kontakte zu anderen Trabivereinen gesucht und gefunden, so zu den Bernsdorfern, den Kamenzern und den Zwickauern. Noch 2012 fand in Großgrabe das 1. Trabant- und Oldtimertreffen statt.

Manche Trabifans kommen auch von selbst zu den Treffen, wie der 76-jährige Reinhard Schöne aus Freital, der in Fachkreisen nur "der Trabi-Opa" genannt wird. Mit seinem umgebauten Trabant 1.1 von 2000, ist er schon fünf Mal um die Erde gefahren - 200.000 Kilometer. Er war mit ihm zu Treffen im Allgäu, in Ingolstadt und auch an der Ostsee. "Das Hobby hält mich immer wieder fit, weil es eine Herausforderung ist", sagt der Freitaler und düst zur Trabant- und Oldtimerausfahrt ins "VW-Käfermuseum" Pulsnitz.

Etwas entfernt fliegt Dreck und es wird laut. Dort führt Vereinsmitglied Hans Kubisch seine beliebten Panzerfahrten mit einem ausrangierten Tschechenpanzer durch für jene, die wissen wollen, was es für ein Gefühl ist, in so einem Teil zu sitzen. An anderer Stelle des Geländes gab es vielbeachtete Vorführungen des neu gegründeten Vereins für die ferngesteuerten Fahrzeuge.

oben ^ |


17.05.2017 - Sächsische Zeitung

Zeitreise auf Rädern

Am Sonnabend gehen mehr als 80 Oldtimer auf Ausfahrt zu besonderen Standorten der TU Dresden.

Von Nadja Laske

sz_img_17052017pan Freital. Über Nordamerika geht's zurück in die Zukunft. Das schaffen die Fahrer der Campus Classic am Sonnabend mit nur 150 Kilometer Fahrtweg lässig. Gestern Mittag parkten einige von ihnen schon mal für ein kurzes Treffen auf der Wiese hinter dem Hörsaalzentrum der TU. Mit dabei der DeLorean DMC-12, wie ihn Filmfans aus "Zurück in die Zukunft" kennen. Gemeinsam mit 70 Oldtimerautos und zwölf betagten Motorrädern der Baujahre 1956 bis 1995 geht der silberglänzende Flügeltürer aus rostfreiem Edelstahl auf Tour. Er wurde 1981 zusammengeschraubt, hat 137 PS und schafft 210 Stundenkilometer. Dies wird seine erste Campus-Classic-Fahrt. (Bild: Traut vereint von links: Volkes Wagen Trabant und Käfer, gefolgt von DeLorean und Porsche. Sie und viele andere glänzen auf der Campus Classics. Foto: Stefan Odenbach/PR)

Noch viel mehr Jahre auf dem Lack haben beispielsweise ein Mercedes-Benz 190 SL von 1956, ein 68er-Skoda 1000 MB, eine Simson AWO Sport aus dem Jahr 1958 und eine MZ ES 150 von 1969. Etliche Porsche rollen an und auch der Trabant kommt zu seinen Ehren. Auf ihrer Route verbinden sie spannende Standorte der TU Dresden und reisen in gewisser Weise über Nordamerika. Genauer gesagt über den Nordamerika-Teil des Forstbotanischen Gartens in Tharandt und der Botanischen Sammlung Pirna Zuschendorf.

Die Strecke führt durch die Gebiete Freital, Wilsdruff, Tharandt, Dorfhain, Klingenberg, Dippoldiswalde, Glashütte, Kreischa, Dohna, Pirna, Struppen, Königstein, Bad Schandau, Hohnstein, Stolpen und Dürrröhrsdorf-Dittersbach. Die Schmuckstücke bewundern können Oldtimer-Fans zwischen 09.00 und 11.45 Uhr hinterm Hörsaalzentrum der Uni, zwischen 11.45 und 14.00 Uhr am TU-Campus Tharandt, zwischen 14.00 und 16.00 Uhr am TU-Standort Pirna-Zuschendorf, Parkplatz Seidewitzer Straße, und zwischen 17.00 und 19.30 Uhr wieder an der TU.

Jeweils rund 30 Prozent der Fahrer sind Studenten und Mitarbeiter der Uni, etwa 40 Prozent haben einst an der TU studiert. Von den studentischen Fahrern stammen 57 Prozent aus dem Maschinenwesen, acht Prozent sind angehende Juristen. Am wenigsten Geld und Herz für Oldtimer haben die Sprach- und Literaturwissenschaftler. Mehr Infos auch unter www.tud-campusclassics.de.

oben ^ |


 
Presse - 2016


08.10.2016 - Sächsische Zeitung

Geliebte Rennpappe

25 Jahre nachdem der letzte Trabant vom Band lief, sind noch 32.800 Autos registriert - die meisten davon in Sachsen.

Von Andrea Schawe

sz_img_08102016big Durchschnittlich 15 Jahre mussten die DDR-Bürger warten, bis sie ihn fahren durften - einen Trabant. Heute ist er aus dem Straßenverkehr fast verschwunden. Nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes sind deutschlandweit noch 32.832 Fahrzeuge registriert. Im Juli 1995 waren etwa 663.600 Trabis im Zentralen Fahrzeugregister gemeldet. Danach ging die Nachfrage rasant zurück. Seit 2008 pegelt sich die Anzahl der Trabants ein - das Auto wird zum Sammlerstück. (Bild: Anfang Juli trafen sich die Trabi-Liebhaber an der Freitaler Papierfabrik - mit etwa 200 Fahrzeugen. In vielen Städten, etwa in Dresden, Freital, Nossen oder der Oberlausitz, gibt es Trabant-Vereine, die den "Volkswagen des Ostens" feiern. Foto: Dirk Zschiedrich)

Die meisten Liebhaber des Kultautos leben in Sachsen. Deutschlandweit gibt es hier die meisten Trabants - noch genau 8.589 Fahrzeuge sind nach den aktuellsten Zahlen registriert. Das sind 0,4 Prozent der mehr als zwei Millionen registrierten Pkw mit einem amtlichen Kennzeichen in Sachsen. Danach folgen Brandenburg, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Auch in Westdeutschland gibt es Sammler: In Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bayern sind mehr als 1.000 Fahrzeuge vom Typ Trabant registriert. In Bremen sind genau sieben gemeldet, im Saarland drei.

Schon 1995 waren im Ländervergleich im Freistaat die meisten Trabis gemeldet. Fast 260.000 fuhren damals über sächsische Straßen. Hergestellt wurde der Trabant in der "Automobilbaustadt Zwickau". In der westsächsischen Stadt werden seit mehr als 100 Jahren Kraftfahrzeuge entwickelt und produziert. Den Grundstein legte August Horch 1904, 1909 gründete er mit Audi sein zweites Unternehmen.

Das erste Modell des Trabants - der Trabant P 50 - wurde ab 1957 in Zwickau gebaut. Genau 3.096.099 dieser Autos liefen nach Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen im Zwickauer Werk in 34 Jahren vom Band. Design und Technik veränderten sich im Laufe der Zeit kaum. Um ein Auto zu kaufen, musste man sich voranmelden. Zum Beginn der Produktion in den 1950er-Jahren sollte der Kaufpreis bei einer geplanten Jahresmenge von 12.000 Stück nicht über 4.000 DDR-Mark liegen. Das letzte 1989 vorgestellte Modell kostete etwa 19.000 DDR-Mark. Am 30. April 1991 um 14.51 Uhr rollte dann der letzte Trabi aus der Montagehalle.

Weitaus geringer ist die Zahl der noch registrierten Wartburgs. Zum 1. Januar 2015 gab es genau 2.068 Stück in Sachsen, mehr als 90.000 waren es noch 1995. Bundesweit waren 1995 mehr als 284.000 Fahrzeuge aus dem thüringischen Eisenach gemeldet, 20 Jahre später sind es etwa 7.200.

In Zwickau werden heute der VW Golf und Passat produziert - 2015 waren Autos von Volkswagen in Sachsen am meisten verbreitet. Nach Angaben des Landesamtes fährt jeder Fünfte im Freistaat einen VW.

oben ^ |


17.09.2016 - Sächsische Zeitung

Vernarrt ins Krause-Duo

Ein Krankenfahrzeug aus der DDR hat es Marcus Beuthner angetan. Seine Begeisterung will er mit anderen teilen.

Von Dorit Oehme

sz_img_17092016big Freital. Sein erster Fan war seine Freundin. "Obwohl das Krause-Duo auf den ersten Blick optisch nicht so aufregend ist, riet sie mir sofort zum Kauf", sagt Marcus Beuthner. Neben ihm steht sein orangefarbenes Kultobjekt, das er vor zwei Jahren auf dem Online-Marktplatz E-Bay erstanden hat. Das dreirädrige Fahrzeug mit zwei Sitzen wurde zu DDR-Zeiten ursprünglich von der Firma Louis Krause in Leipzig für Gehbehinderte konzipiert. (Bild: Marcus Beuthner (l.), Falk Hargesheimer und Hans-Joachim Ranke mit ihren Krause-Duos. Foto: Andreas Weihs)

Es gab verschiedene Modelle. Beuthners Modell ist Baujahr 1990 und stammt aus den Robur-Werken Zittau. "Die Vorbesitzer transportierten darin ihre Bierkästen. Das Fahrwerk und der Motor waren runter. Das Duo fuhr wie ein Kopfkissen, völlig unrund", sagt der 33-Jährige. "Es war mit Teilen verbastelt, die nicht hineingehörten." Heute schaffe sein Duo wieder 120 Kilometer am Tag. Das Kleinkraftrad hat 3,6 PS und eine Höchstgeschwindigkeit von gut 55 Kilometern pro Stunde. "Ich fahre mit meiner Freundin damit ab und zu bis nach Tschechien", sagt der Freitaler. Seine Vorliebe für das seltene Kleinkraftrad begann mit einer Leidenschaft für Mopeds aus dem Suhler Simson-Werk. "Mit 27 kaufte ich mir eine Schwalbe, um zur Arbeit zu fahren - eine zweite folgte, dann ein Moped S 50 und schließlich die dritte Schwalbe." Bei einem Nachbarn, einem Oldtimer-Fan, gab es die erste Begegnung mit einem Duo.

Viele seien schon verschrottet worden. Doch Beuthner hat sein Kleinkraftrad so originalgetreu wie möglich wieder aufgebaut. "Ich hatte nur wenige Quellen. Spezialteile waren richtig schwer zu bekommen", sagt er. "Das Duo 4/2 wurde nur von Ende 1989 bis Anfang 1991 produziert. Es gab knapp 1.500 Stück." Doch das Modell war fast baugleich mit dem Vorgänger, von dem ab etwa 1972 bis zur Wende mehr als 64.000 Fahrzeuge produziert worden sind. Auf diese Teile griff Beuthner zurück. Wie bei seinen Mopeds erneuerte er alles selbst - bis hin zur Elektrik und Innenausstattung. Auch den Rahmen für die Sitzbank baute Beuthner, der von Beruf Tischler ist. Als kleinen Luxus nähte er zusätzlich Seitenplanen-Türen.

Mit dem Elektrostarter lässt Marcus Beuthner den Motor an, der sonst in Simson-Mopeds eingebaut ist. "Das Duo gehört aber nicht zur Simson-Familie. Das wird im Internet oft falsch angegeben", erklärt er. Im Duo seien Teile von vielen DDR-Fahrzeugen verbaut. Von der Schwalbe, dem Trabi, dem Kleintransporter Barkas und auch einem Kinderfahrrad - der Tank stamme sogar von einem Boots-Außenbordmotor. "Es ist kurios", sagt Marcus Beuthner. Dann dreht er eine kleine Proberunde. Der typische Geruch und Sound seines Zweitakters begleiten ihn. Für Ausfahrten und zum Fachsimpeln sucht der Enthusiast seit einiger Zeit Duo-Begeisterte aus Freital und der Region. Bis jetzt sind sie schon 15.

Den Freitaler Falk Hargesheimer hat er vor einem Jahr auf dem Oldtimer- und Trödelmarkt im Dresdner Alberthafen kennengelernt. "Ich habe gerade Teile für mein Krause-Duo gesucht, das 1981 in Brandis bei Leipzig gebaut worden ist", erzählt Hargesheimer. Der 37-Jährige ist ansonsten Trabi-Liebhaber, er fährt aber auch ein MZ-Motorrad. "Auf das Duo bin ich gestoßen, weil ich noch etwas Besonderes gesucht habe", sagt er. Sein blaues Kleinkraftrad war immerhin schon teilrestauriert. Den Rest hat er komplettiert und verfeinert. "Ich will es aber nicht mit Tuning verändern oder verbessern. Es soll auch seine Originalfarbe behalten", sagt er. Statt des Anreißhebels, mit dem dieses Duo per Hand gestartet wird, hat Hargesheimer lediglich einen Kickstarter eingebaut. Seine Frau und seine Tochter teilen inzwischen schon sein Interesse. Das Fahren mit dem Krause-Duo ist aber nicht so einfach. "Es ist nicht mal mit einem Gespann zu vergleichen", sagt Falk Hargesheimer. Besonders in der Kurve sei es schwierig.

"Man kann abdriften, auch die Schaltung hat es in sich. Wir feilen alle noch an unserem Fahrstil", ergänzt Marcus Beuthner. Zuletzt hat er dem Dresdner Hans-Joachim Ranke geholfen, ein Krause-Duo von 1988 wieder in den Originalzustand zu versetzen. Gut zwei Jahre stand es, weil es nicht lief. "Ich habe es zu meinem 50. Geburtstag von meiner Familie bekommen", sagt Ranke. "Ich kann nach einem Verkehrsunfall, den ich nicht verschuldet habe, kein Balancefahrzeug mehr fahren. Die rechte Seite ist von der Schulter bis zur Hand stark beschädigt, ebenso das linke Bein." Der 53-Jährige hat ein Automatik-Auto, das speziell für ihn ausgestattet ist. Als Hobby fährt der Moped-Liebhaber nun das Krause-Duo, das für ihn individuell umgebaut worden ist. Im Dresdner Stadtverkehr schwimmt Hans-Joachim Ranke mit seinem Duo normalerweise mit. "Manchmal werde ich abgedrängt. Andere strecken mir den gehobenen Daumen entgegen. Für ein Foto wurde ich auch schon angehalten", sagt Ranke.

Kontakt: E-Bay Kleinanzeigen: 505258507, "Duo Begeisterte in Freital und Umgebung"

oben ^ |


24.08.2016 - Sächsische Zeitung

Historische Karossen an der Papierfabrik

Mirco Naumann lädt zum Old- und Youngtimer-Treffen ein. Um die 200 Fahrzeuge sind am Sonntag zu bestaunen.

Von Thomas Morgenroth

sz_img_24082016big Freital. Nein, mit rund 20 Litern Benzin auf 100 Kilometern ist er nicht gerade sparsam im Verbrauch, der weiße BMW 750i, den Mirco Naumann im Sommer fährt. "Aber er hat wenigstens noch Technik, die auch funktioniert", sagt der 34-Jährige. Und die er selbst reparieren kann, ohne Computerspezialist sein zu müssen. Ganz abgesehen von der Langlebigkeit der Bauteile. "Diese Qualität gibt es heute einfach nicht mehr", sagt Naumann, der überzeugt ist, dass die Hersteller bewusst keine Autos mehr bauen, die "ewig" halten: "Und diese ganze Elektronik, die braucht kein Mensch". (Bild: Mirco Naumann (r.), Inhaber der Sandstrahltechnik Freital und stolzer Besitzer eines 27 Jahre alten BMW 750i, lädt am Sonntag zum 6. Oldtimer/Youngtimer Treffen auf der Freifläche vor seiner Firma ein. Mit dabei vom Trabant Team Freital, Gunnar Geißler (l.), er fährt einen grünen Trabant 601, der vor 28 Jahren erstmals zugelassen wurde. Foto: Thomas Morgenroth)

Dabei ist Naumanns Traumauto, das er sich vor sechs Jahren zugelegt hat, noch gar nicht so alt: Die Limousine mit 299 PS wurde 1989 das erste Mal zugelassen. Der BMW 750i war das erste Nachkriegsmodell mit einem Zwölfzylindermotor. Nur noch 700 Stück rollen auf Deutschlands Straßen. Und täglich werden es weniger: Vor zehn Jahren waren es noch mehr als 5.000.

Am Sonntag zeigt Mirco Naumann sein Schmuckstück beim 6. Oldtimer/Youngtimer Treffen der Sandstrahltechnik Freital, deren Inhaber er ist. Was er aus einer Laune heraus angefangen hatte, ist mittlerweile zu einem Fixpunkt in Sachsens Oldtimerszene geworden. Naumann rechnet mit etwa 200 Fahrzeugen, die ihre Besitzer den Besuchern auf der glatt asphaltierten Freifläche neben der Papierfabrik Hainsberg präsentieren.

"Es handelt sich ausdrücklich um ein markenoffenes Fahrzeugtreffen", betont Naumann. Eine vorherige Anmeldung sei nicht erforderlich. Unabhängig von Hersteller, Nationalität, Fahrzeugmarke, Fahrzeugtyp und Ausführung, können alle Fahrzeugarten gezeigt werden. Neben Pkw auch Lastkraftwagen, Motorräder, Mopeds, Traktoren, Zugmaschinen oder Sonderfahrzeuge in ziviler und militärischer Ausführung. Einzige Bedingung, sagt Naumann, ist das Alter: Das Fahrzeug muss mindestens 20 Jahre alt sein, dann ist es ein Youngtimer, wie Naumanns BMW, erst mit 30 wird es dann zu einem Oldtimer.

Da muss auch Gunnar Geißlers Trabi noch zwei Jahre warten. Der 63-jährige Freitaler, der vor 19 Jahren den Trabi-Club Freital mit aus der Taufe gehoben hat, fährt einen Trabant 601, Baujahr 1988, es ist also auch noch ein Youngtimer. Der Club, der seit 1998 als Verein mit dem Namen Trabant Team Freital eingetragen ist und dessen Vorsitzender Geißlers Sohn Torsten ist, unterstützt Naumanns Treffen.

Der Veranstalter ist zuversichtlich, dass das Publikum nicht ausbleibt: "Oldtimer fahren ist ein Trend, die Szene wächst massiv." Nun hofft er auf schönes Wetter, denn Regen ist Wasser, und Wasser ist der größte Feind eines alten Fahrzeuges, weil es dann rostet. Auch wenn BMW dransteht.

6. Oldtimer/Youngtimer Treffen der Sandstrahltechnik Freital am 28. August von 09.00 bis 17.00 Uhr in Hainsberg neben der Papierfabrik. Der Eintritt für alle Besucher und Beifahrer ohne fahrbaren, nostalgischen Untersatz liegt bei einem Euro, Fahrer müssen für sich und ihr Fahrzeug zwei Euro bezahlen. Kinder bis 14 Jahre haben kostenlosen Eintritt.

oben ^ |


28.07.2016 - Sächsische Zeitung

Endlich die eigene Pappe

Ostautos stehen bei Oldtimerfreunden hoch im Kurs. Den Beweis treten sie an diesem Wochenende in Liebenau an.

Von Maik Brückner

sz_img_28072016big Liebenau. Mit seinen 1,77 Meter passt Klaus Tiebel bequem in den Trabi. "Größer dürfte ich nicht sein", sagt der junge Mann, der seit Dezember stolzer Besitzer des Pkws ist. Lange hat er nach so einem Auto gesucht. Nun ist er überglücklich. Denn das gute, alte DDR-Fahrzeug hat es dem jungen Mann angetan, obwohl er den Trabi als klassisches Familienauto nicht kennengelernt hatte. Er ist Jahrgang 1988.

(Bild: Trabi-Fan Klaus Tiebel bereitet sich auf seine erste große Ausfahrt vor - es geht nach Liebenau. Foto: Egbert Kamprath)

Aber sein Onkel und gute Bekannte sind noch mehrere Jahre nach der Wende mit Trabis gefahren. Das war auch die Zeit, in der sich Klaus Tiebel in diese Autos verguckt hat. "Trabis haben ein tolles Design und robuste Technik", sagt er heute. Bis er sich den Traum vom eigenen Auto erfüllen konnte, mussten aber einige Jahre vergehen - wichtige zumal.

Klaus Tiebel, der in Leipzig aufwuchs, entschied sich 2006, Uhrmacher zu werden. Er ließ sich in Glashütte ausbilden, arbeitete danach für zwei Jahre bei einem Uhrenhändler in Leipzig, bevor er 2011 nach Glashütte zurückkehrte. Hier montiert er bei der Firma Nomos Uhren. Er wohnt in Glashütte und fühlt sich wohl. "Das ist eine gemütliche Kleinstadt", sagt er. Hier fand er auch Anschluss an den von Steffen Funk gegründeten Verein Trabant- und Ostfahrzeugfreunde. Der sollte ihm später behilflich sein, den Wunsch vom eigenen Trabi zu erfüllen. Der erste Versuch ging aber nicht so gut aus, erinnert sich Tiebel. Er kaufte zwei Trabis, die jahrelang in einer Liebenauer Scheune standen.

Der erste Versuch missglückte

Als Steffen Funk die Fahrzeuge sah, riet er dem jungen Mann sofort den Weiterverkauf. Die Autos waren eingerostet. Der Aufwand, sie instand zu setzen, wäre sehr groß gewesen, sagt Funk, der seit 1994 in Glashütte Fahrzeugteile verkauft und sich dabei auf Ostfahrzeuge spezialisiert hat. Klaus Tiebel folgte seinem Rat. Parallel dazu suchte er weiter. Und war erfolgreich. Im Internet entdeckte er genau den Trabi, den er suchte und sich leisten konnte. "Es war ein Schnäppchenpreis", sagt er. Eigentlich kosten Trabis in dem Zustand gut 2.000 Euro. Er hat ihn preiswerter bekommen. Das Angebot kam von einem Schrauber aus der Nähe von Tharandt. "Der Trabi war in Ordnung, nur an den Bremsen und der Elektrik musste noch etwas gemacht werden."

Weil dem 27-Jährigen die Erfahrung fehlte, suchte er Rat und Hilfe bei Steffen Funk. Der half ihm, den Wagen fahrtüchtig zu machen. Im Juni bestätigte ihm das der TÜV. Nun hat Tiebel einen Zweitwagen, den er zu Ausfahrten nutzen will. Die Erste große steht an diesem Wochenende an. Es geht nach Liebenau. Dort veranstaltet sein Verein das 7. Ostfahrzeugtreffen, zu dem 170 Teilnehmer erwartet werden. Klaus Tiebel wird dort helfen, wo er gebraucht wird, beim Grillen oder Bierausschenken. Und natürlich will er die Zeit nutzen, um mit anderen Trabifahrern zu fachsimpeln. Schließlich hat er noch einiges mit seinem Trabi vor. Tipps von anderen sind da willkommen. Denn so schick wie sein Trabi ist, ganz original ist er nicht. Denn eigentlich hatte auch dieses Fahrzeug die typische Trabifarbe papyrusweiß. Anfang der 1980er-Jahre hat der damalige Besitzer dem Auto einen neuen Anstrich verpasst - das Dach wurde biberbraun gespritzt, die anderen Teile der Karosse grün. Auch der Gummi an der Heckscheibe und die Spiegel wurden ausgetauscht.

Immer eine Klorolle dabei

"Ich möchte gern den Originalzustand herstellen", sagt der junge Glashütter. Weil das nicht billig ist, will er Schritt für Schritt vorgehen. Froh ist er, dass er beim etwas missglückten ersten Autokauf noch Original-Sitzbezüge ergattern konnte. Die hat er vor dem Weiterverkauf natürlich abgenommen. Auch beim Zubehör legt Klaus Tiebel wert auf Originalität. Das zeigt sich im Kofferraum, wo er eine Trabilampe mit Kabel und einen historischen Werkzeugkasten aufbewahrt. Und auch auf die legendäre umhäkelte Klorolle wollte Klaus Tiebel nicht verzichten. "Die hat mir eine Arbeitskollegin geschenkt."

oben ^ |


11.07.2016 - Sächsische Zeitung

Zwischen Zweitaktsound und blauem Dunst

Der Trabi ist Kult. Das bewies einmal mehr das Fahrzeug-Treffen in Freital. Die Resonanz macht Mut zu mehr.

Von Yvonne Popp

sz_img_11072016_1big Freital. Der dunkelgrüne Kombi sticht hervor. Blitzblank gewienert und mit offener Motorhaube präsentiert er sich dem Publikum. Das bleibt dann auch immer wieder an dem Trabant 601 Kombi stehen und bestaunt den mit Leder ausgekleideten Motorraum, die Schalensitze oder die imposante Musikanlage im Heck. "Wird der überhaupt noch vom Motor angetrieben oder eher vom Druck der Basswellen?", fragt ein Mann den Besitzer und lacht. Der antwortet ebenso gut gelaunt, dass sein Wagen schon noch vom traditionellen, 26 PS starken Zweitaktmotor bewegt wird. Wirklich alltagstauglich sei sein Fahrzeug aber nicht, verrät Maik Grellmann. Nur zu Autotreffen hole er es aus der Garage. (Bild rechts: Über 150 Fahrzeugbesitzer kamen zum Trabi-Treffen nach Freital, um dort ihre Prachtexemplare auf dem Gelände der Papierfabrik der Öffentlichkeit zu zeigen und zu fachsimpeln. Foto: Dirk Zschiedrich)

sz_img_11072016_2big So auch am Sonnabend. Da fand in Freital das vierte Trabant-Tagestreffen statt. Und genau wie 152 andere Trabi-Besitzer aus ganz Sachsen hatte sich der Meißner auf den Weg in die Stadt an der Weißeritz gemacht, um auf dem Areal der Papierfabrik an der Dresdner Straße sein Fahrzeug ausstellen zu können. Eingeladen waren hierzu aber nicht nur die Halter verschiedener Typen und Umbauten des kleinen DDR-Kult-Autos, sondern auch die der kompletten Fahrzeugpalette des Industrieverbandes Fahrzeugbau (IFA). (Bild links: Technik, die Fans immer wieder begeistert. Foto: Dirk Zschiedrich)

Organisiert wurde die Veranstaltung vom Trabant-Team Freital, das sich seit seiner Gründung 1997 unermüdlich für den Erhalt des technischen Kulturerbes rund um den ehemaligen Zwickauer Fahrzeughersteller Sachsenring einsetzt. Dazu hatte der Verein bereits 1999 das erste große Freitaler Trabi-Treffen (FTT) ins Leben gerufen. In den darauffolgenden zehn Jahren fand das FTT dann jeweils am zweiten Wochenende im September statt. Doch sinkende Mitgliederzahlen machten die Ausrichtung der ursprünglich dreitägigen Veranstaltung zunehmend schwierig, sodass 2009 letztmalig ein großes Treffen stattfand. Aber komplett aus seinem Programm streichen wollte es das Trabant-Team auch nicht.

Trabi-Olympiade im 20-Meter-Spurt

Gemeinsam mit der Kultur- und Tanzwerkstatt Freital organisiert es seit 2013 nun eine kleinere Version des Spektakels, die bei Ausstellern und Besuchern ebenfalls gut ankommt. So fanden sich dann am Sonnabend über 800 Besucher aller Altersklassen auf dem Veranstaltungsgelände ein. Neben teilweise wirklich ausgefallenen Fahrzeugen und interessanten Gesprächen mit deren Besitzern wurde allen Gästen auch ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm geboten. Das bestand aus Wettbewerben für die Fahrer, Spiel und Spaß für Kinder und den Auftritten der Tanzsparte der Kultur- und Tanzwerkstatt. Besondere Höhepunkte waren die Austragung einer Trabi-Olympiade, bei der die Teilnehmer unter anderem eine Trabant-Limousine in möglichst kurzer Zeit 20 Meter weit hinter sich her ziehen mussten, und die Krönung der schönsten Fahrzeuge in sechs verschiedenen Kategorien.

sz_img_11072016_3big Maik Grellmann hätte sicherlich in der Klasse Tuning und Umbau die größten Chancen gehabt, mit seinem Fahrzeug einen der vorderen Plätze zu belegen. Doch der 29-Jährige hatte seinen schicken Trabant-Kombi gar nicht erst zur Fahrzeugbewertung angemeldet. Er sagt, dass er schon so viele Preise mit seinem Auto gewonnen hat, dass er nun gerne anderen den Vortritt lässt. Vielleicht wird er aber in den kommenden Jahren bei diesem Wettbewerb wieder mit antreten, denn neben seinem jetzigen Ausstellungsfahrzeug, das komplett fertig ist und keiner weiteren Umbauten bedarf, besitzt er noch einen Trabant 500, der sich gerade im Aufbau befindet. (Bild rechts: Maik Grellmann kam mit seinem Kult-Auto sogar aus Meißen. Foto: Dirk Zschiedrich)

Auch die Mitglieder des Trabant-Teams Freital blicken positiv in die Zukunft. Sie feiern im nächsten Jahr ihr 20-jähriges Bestehen. Dafür arbeiten sie schon an der Planung des nächsten Trabi-Treffens. Das soll dann aber, wenn möglich, wieder über drei Tage gehen und nach alter Tradition parallel zum Windbergfest stattfinden.

oben ^ |


07.07.2016 - Sächsische Zeitung

Es lebe die Rennpappe

Am Sonnabend treffen sich die Freunde alter DDR-Wagen an der Papierfabrik. Gefeiert wird dabei auch ein rundes Jubiläum.

Von Tobias Winzer

sz_img_07072016big Freital. Der Trabant ist nicht totzukriegen. 25 Jahre nachdem das letzte Fahrzeug vom Band rollte, sind in Freital derzeit noch 74 Trabis angemeldet – sogar mit leicht steigender Tendenz. 2013 waren es noch 71. Im gesamten Landkreis sind es 630. Am Sonnabend werden die Liebhaber der Rennpappe zum Trabi-Treffen an der Freitaler Papierfabrik zusammenkommen.

(Bild: Im vergangenen Jahr kamen rund 200 Fahrzeuge zum Trabi-Treffen an der Papierfabrik. Damit ist auch in diesem Jahr zu rechnen. Foto: Karl-Ludwig Oberthür)

Es ist mit etwa 200 Trabis und anderen Fahrzeugen aus DDR-Produktion zu rechnen. Veranstalter ist wie in den vergangenen Jahren auch das Trabant-Team Freital, das sich 1997 gründete. 2009 organisierte der Trabi-Klub das letzte große Treffen in Freital. Zu dieser Zeit kamen Fahrer aus fast allen deutschen Bundesländern, Österreich und der Schweiz. Rund 400 Trabis und DDR-Fahrzeuge sammelten sich damals an dem Treffpunkt zwischen Otto-Dix-Straße und Windbergallee. Allerdings konnte der Verein die Kosten für das Treffen nicht länger stemmen. Er entschied sich deshalb, das Ganze in der Eintagesversion fortzusetzen. In diesem Jahr gibt es bereits die vierte Auflage. 9.00 Uhr ist Beginn, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Anlässlich des 50. Geburtstages des 601er/1.1er Trabant-Kübelwagens erhalten die ersten 50 Fahrzeuge in dieser Ausführung eine Urkunde. Geplant sind am Sonnabend auch verschiedene Wettbewerbe, wie zum Beispiel Trabantziehen und Anlasserstemmen. Auch ein Bühnenprogramm wird von der Kultur- und Tanzwerkstatt angeboten. Diese ist ein unterstützender Partner für den Klub und sieht den Trabant als Kulturgut. Für die kleinen Gäste gibt es eine Bastelstrecke, Kinderschminken und eine Hüpfburg.

Nicht zuletzt wird es zu dem Treffen auch eine Fahrzeugbewertung in sechs Kategorien geben. Unterteilt wird unter anderem in Limousine, Kübel und Tuning-Trabi. Augenmerk wird hierbei auf die Karosserie und den Lack, den Motor- und Innenraum sowie die Reifen der Fahrzeuge gelegt. Der Besitzer des schönsten Trabis wird mit einem Pokal geehrt.

Der Eintritt für alle Beifahrer und Gäste ohne fahrbaren, nostalgischen Untersatz liegt bei einem Euro, Fahrer müssen für sich und ihr Fahrzeug drei Euro bezahlen. Kinder bis 14 Jahre haben kostenlosen Eintritt.

Weitere Informationen auch im Internet unter http://www.trabantteam-freital.de und http://www.kutawerk.de.

oben ^ |


01.07.2016 - Freitaler Anzeiger

Viertes Freitaler Trabant Tagestreffen

fa_img_01072016big Am Samstag, dem 9. Juli 2016 findet von 9.00 bis 20.00 Uhr die vierte Auflage des Freitaler Trabant Tagestreffens auf dem Gelände Dresdner Straße 357 an der Papierfabrik statt. Eingeladen sind nicht nur Fahrerinnen und Fahrer mit Fahrzeugen des Herstellers AWZ/Sachsenring sondern auch die der kompletten IFA-Palette und deren Importmarken, unabhängig ihrer Ausführungen. (Bild: Trabant Treffen 2015. Foto: Trabant Team Freital e.V.)

Für alle Gäste mit oder ohne Fahrzeug, für Groß und Klein wird Interessantes geboten, ein durchgängiges Rahmenprogramm sorgt für Unterhaltung. Startgebühren für Fahrer plus Fahrzeug betragen 3,00 Euro, je Beifahrer, Fußgänger und Gast 1,00 Euro. Kinder bis 14 Jahre haben freien Eintritt. Besucher mit Nicht-IFA-KFZ nutzen aus Platzgründen bitte den kostenfreien öffentlichen Parkplatz am Bahnhof Freital-Hainsberg. Kultur- und Tanzwerkstatt e.V. und Trabant Team Freital e.V. wünschen allen Gästen einen schönen und erlebnisreichen Tag.

Programm

9.00 Uhr Anreise und Einlass der Gäste im Fahrerlager, an der Papierfabrik in Freital-Hainsberg. Auch in diesem Jahr gibt es einen runden Anlass zum Feiern. Die ersten 50 Gastfahrzeuge in den Ausführungen der 601er/1.1er Trabant-Kübelwagen erhalten eine tolle Urkunde zum 50. Jubiläum. 10.00 Uhr Eröffnung der Veranstaltung und geselliger Frühschoppen; 10.30 Uhr Spiele und Fahrerwettbewerbe auf dem Wettbewerbsareal, dazu jede Menge Fahrer- und Benzingespräche, Interessantes für Groß und Klein; 11.00 Uhr Beginn der Fahrzeugbewertungen; 12.00 Uhr Mittagstisch; 15.00 Uhr Abschluss der Fahrzeugbewertungen und der Wettbewerbe; 17.00 Uhr Siegerehrung der Besten der Wettbewerbe; 17.30 Uhr Siegerehrung für die schönsten Gastfahrzeuge; 18.00 Uhr Abschluss-Feeling mit noch jeder Menge Überraschungen.

Ganztägige Umrahmung

Vereine stellen sich vor, unter anderem die Tanzsparte der Kultur- und Tanzwerkstatt, Ersatz- und Tuningteile, reichhaltiges Angebot von Speisen und Getränken, Attraktionen für Spiel, Spaß und Spannung, ausdrücklich auch für die kleinen Gäste mit Bastelstrecke, Kinderschminken, Hüpfburg und vielem mehr.

Fahrzeugbewertung in 6 Kategorien

(1) "Trabant Limo/Kombi"; (2) "Trabant Kübel/Tramp"; (3) "Trabant Tuning/Umbau"; (4) "IFA Pkw"; (5) "IFA Krad"; (6) "IFA Nutzfahrzeuge".

Fahrzeuge ohne Zulassung werden nicht bewertet. Alle Bewertungen erfolgen unter Ausschluss des Rechtsweges. Änderungen zum zeitlichen Ablauf und zum Programminhalt sind jederzeit noch möglich.

Weitere Informationen auch im Internet unter http://www.trabantteam-freital.de und http://www.kutawerk.de.

oben ^ |


25.06.2016 - Wochenkurier

wk_img_25062016.jpg Trabitreff in Freital

Freital. Am 9. Juli startet auf dem Gelände Dresdner Straße 357 (an der Papierfabrik) die vierte Auflage des Freitaler Tagestreffens. Eingeladen sind nicht nur Fahrer mit Fahrzeugen des Herstellers AWZ/Sachsenring sondern auch die der kompletten IFA-Palette und deren Importmarken. Alle Infos unter www.trabantteam-freital.de (Foto: Archiv/Richter)

oben ^ |


17.05.2016 - Sächsische Zeitung

Einmal Trabi, immer Trabi

Vor 25 Jahren wurde die Produktion des Trabants eingestellt. Ein Freitaler hat daraus ein Geschäftsmodell gemacht.

Von Yvonne Popp

sz_img_17052016big Freital. Wie der originale Trabant 601 sieht Ralf Langers Schmuckstück auf Rädern nicht aus. Das Dach fehlt schon mal, und in dem knalligen Orange ist es seinerzeit mit Sicherheit nicht aus dem Zwickauer Automobilwerk gerollt. So erklingt dann auch kein typisch blecherner Trabi-Motor, als das Wägelchen aus der Garage tuckert, sondern der eines Wartburgs - immerhin auch noch ein Zweitakter, aber mit einer Leistung von stolzen 50 PS, statt der beim Trabi üblichen 26 PS.

(Bild: Einen seiner Trabis hat Ralf Langer komplett umgebaut – als Cabrio und mit einem Wartburg-Motor unter der Haube. Vier der DDR-Klassiker besitzt der 42-Jährige insgesamt. Foto: Andreas Weihs)

Wie der originale Trabant 601 sieht Ralf Langers Schmuckstück auf Rädern nicht aus. Das Dach fehlt schon mal, und in dem knalligen Orange ist es seinerzeit mit Sicherheit nicht aus dem Zwickauer Automobilwerk gerollt. So erklingt dann auch kein typisch blecherner Trabi-Motor, als das Wägelchen aus der Garage tuckert, sondern der eines Wartburgs – immerhin auch noch ein Zweitakter, aber mit einer Leistung von stolzen 50 PS, statt der beim Trabi üblichen 26 PS.

Dem Trabi ist der Freitaler trotzdem immer treu geblieben. Vier Stück besitzt er inzwischen. Zwei davon sind zugelassen. Die beiden anderen stehen abgedeckt in der Garage, weil sie sich derzeit in keinem fahrtüchtigen Zustand befinden.

Aber woher kommt Ralf Langers Leidenschaft für das kleine, eckige, laute Auto mit der Kunststoffaußenhaut? Er sagt, dass das sicherlich am einzigartigen Fahrgefühl liegt. "Innen ist alles sehr spartanisch, es gibt keinen Komfort." Aber genau das sei es, erzählt er begeistert weiter. "Man hat eben das Gefühl, direkt auf der Straße zu sitzen."

Daneben verbindet Langer den Trabi auch mit vielen wunderbaren Erinnerungen an unbeschwerte Kindertage. Damals unternahm ja nicht nur seine Familie lange Urlaubsreisen mit der "Pappe". "Ein ganz spartanisches Reisen war das", erzählt der heute 42-Jährige. "Aber die Leute hat das nicht gestört." Überhaupt seien sie zu der Zeit genügsamer gewesen. Unterschiede wurden auch keine gemacht. Egal, ob Trabi-, Wartburg- oder Ladafahrer, jeder war gleich. Aber die Gesellschaft hat sich gewandelt, sagt Langer. Für viele ist das Auto heute ein Statussymbol.

Trotzdem erfreut sich der Trabi nach wie vor großer Beliebtheit. 74 sind derzeit in Freital angemeldet - sogar mit leicht steigender Tendenz. 2013 waren es noch 71. Im gesamten Landkreis sind 630 Trabis zugelassen.

Diese Zahlen hat Ralf Langer immer ein wenig im Blick, denn er hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Seit 2000 betreibt er einen Internet-Versandhandel für Trabantteile und Tuningzubehör. Auch wenn die Trabi-Technik beinahe unverwüstlich ist, müssen ab und an Verschleißteile gewechselt werden. Gebastelt und optimiert wird an den Fahrzeugen aber auch gerne. Die Nachfrage nach allem möglichen Zubehör ist ungebrochen groß. Das Geschäft läuft gut, sagt er.

Daneben ist Langer außerdem aktives Mitglied im Trabant-Team Freital, das von 1999 bis 2009 jedes Jahr eines der größten Trabi-Treffen Deutschlands ausrichtete. "Leider war der organisatorische Aufwand für so ein Wochenende am Ende zu groß und neben den beruflichen und familiären Verpflichtungen kaum noch zu stemmen", bedauert Langer. Doch ganz einstampfen wollte der Verein die Veranstaltung nicht.

Am 9. Juli 2016 findet nun bereits zum vierten Mal das Trabi-Tagestreffen an der Papierfabrik in Freital statt. Eingeladen sind dazu nicht nur Trabi-Fahrer, sondern auch Besitzer aller anderen Fahrzeuge, die im Industrieverband Fahrzeugbau (IFA) hergestellt worden sind.

Ob Langer dann mit seinem orangen Schätzchen vor Ort sein wird, hängt vom Wetter ab. Sollte es regnen, muss es in der Garage bleiben und der geschlossenen 601er Limousine den Vortritt lassen – beziehungsweise die Vorfahrt.

oben ^ |


11.04.2016 - Sächsische Zeitung

Lange verschmäht und jetzt Kult

Im April 1991 wurde die Produktion von Wartburg und Trabant gestoppt. Einige Gefährte tuckern noch.

Von Simone Rothe

sz_img_11042016big Von der "Rostlaube" und dem belächelten "Plastebomber" haben sie sich zu Hingucker-Autos gemausert: Noch tuckern Wartburg und Trabant über Deutschlands Straßen, doch 25 Jahre nach dem Produktionsstopp im April 1991 werden es immer weniger. Selbst in Ostdeutschland, wo die beiden DDR-Autos bis zum Mauerfall zu Hunderttausenden unterwegs waren, sorgt ein vorbeifahrender Trabi oder Wartburg nun für Aufmerksamkeit – nicht nur, weil die Abgase ungewöhnlich riechen. Die betagten Gefährte sind eine Rarität und werden als Oldtimer auch wirtschaftlich interessanter.

(Bild: Kopfüber im Trabant. Zu DDR-Zeiten ein gewohnter Anblick. Heute ziemlich selten. Aber immerhin sind noch 33.550 dieser Autos laut Kraftfahrt-Bundesamt registriert, rund ein Drittel davon allein in Sachsen. Foto: Jan Woitas/dpa)

Der drastische Schwund, der vor allem den DDR-Mittelklassewagen Wartburg seit dem Produktionsstopp am 10. April 1991 traf, ist vom Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg dokumentiert. Exakt 7.394 Autos mit der kantigen Blechkarosse waren zu Jahresbeginn zugelassen. "Ich sehe im Straßenbild so gut wie keinen Wartburg mehr", sagt ein Eisenacher. "Die ungepflegten Exemplare sind verschwunden, die anderen sind zu schade, um gefahren zu werden."

Vom Trabi, dessen Aus am 30. April 1991 kam, sind derzeit noch 33.550 Exemplare fahrbereit. Zehn Jahre nach dem Ende der Produktion im thüringischen Automobilwerk Eisenach (AWE) und bei Sachsenring in Zwickau waren immerhin noch rund 52.000 Wartburg und 160.000 Trabis zugelassen. Aber die Zahlenreihen aus Flensburg zeigen auch: Der Schwund scheint nun gestoppt. Seit 2011 liegen die Zulassungszahlen beim Wartburg recht konstant um 7.300, beim Trabi um 33.000.

Tränenreich vor der Kamera

Viele, darunter die eleganten frühen Wartburg-Modelle 311 und 312, sind mehr als 30 Jahre alt – eine Voraussetzung für den Oldtimer-Status. Weitgehend originalgetreue und gepflegte Exemplare haben ihren Preis. Harald Lieske, Ex-Betriebsrat im AWE und dann bei Opel, hat als Kuratoriumsmitglied des Automobilmuseums in Eisenach diese Erfahrung gemacht: "Wir haben versucht, für das Museum einen Wartburg Camping zu kaufen. Ein gutes Exemplar sollte 15.000 Euro kosten."

Autos, die früher Alltagsfahrzeuge waren, seien zunehmend bei Oldtimersammlern gefragt, sagt Peter Mair vom Verband der Automobilindustrie (VDA). "Sie haben zum Teil Kultstatus." Klassisches Beispiel sei zwar der VW-Käfer." Aber auch viele Wartburg und Trabants werden gehegt und gepflegt. Sie über 25 und mehr Jahre durchzubringen, das kostet auch was." Und der Markt für historische Autos wächst. Die Zahl der als Oldtimer mit einem H-Kennzeichen zugelassenen Autos in Deutschland hat sich laut TÜV Thüringen in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt.

Diesen Status hat der letzte, knallrot lackierte Eisenacher Wartburg, der vor 25 Jahren vom Montageband direkt ins Museum rollte, noch nicht. Am 10. April1991 war die Stimmung in dem riesigen Werk, in dem von 1955 an bis zu 8.000 Menschen das Mittelklasse-Pendant zum Trabi bauten, auf dem Tiefpunkt. In die Wehmut mischte sich Wut, ein 29 Jahre alter Lackierer brach vor laufenden Kameras in Tränen aus und verlangte für sich und seine Familie eine Perspektive. Auch der Einbau eines Viertaktmotors mit VW-Lizenz ab 1988 konnte weder Wartburg noch Trabant retten.

Die einst volkseigenen Autowerke in Thüringen und Sachsen wurden von der Treuhand abgewickelt. "Damals standen selbst Straßen in Eisenach mit unverkäuflichen Autos voll", erinnert sich Lieske. Von der Autoschmiede AWE, deren Geschichte bis ins Jahr 1898 zurückgeht, stehen heute noch das denkmalgeschützte Backsteintor und einige Hallen, manche nutzt das Museum.

Trotzdem ist Eisenach ebenso wie Zwickau Autostadt geblieben. 1.800 Menschen bauen derzeit bei Opel die Kleinwagen Corsa und Adam. Zulieferer haben sich angesiedelt, BMW baut Werkzeuge. Um Opel den Weg nach Eisenach zu ebnen, hatte sich die AWE-Spitze Monate vor der Wiedervereinigung rebellisch gezeigt und das DDR-Automobilkombinat verlassen. Lieske: "Der Alleingang hat letztlich unsere Zukunft gesichert." Der VDA beziffert die Beschäftigten in der ostdeutschen Branche, die 2015 auf einen Umsatz von 25,5 Milliarden Euro kam, auf fast 69.000. Die Zahl der Arbeitsplätze sei damit um sechs Prozent gestiegen. Gebaut wurden im Vorjahr rund 837.000 Autos – das waren 15 Prozent aller in Deutschland hergestellten Pkw. Neben Opel in Eisenach und VW in Zwickau und Chemnitz hat sich vor allem Leipzig zu einer ostdeutschen Automobilhochburg entwickelt – mit Werken von BMW und Porsche. Das ostdeutsche Automobilcluster spricht von etwa 350 Zulieferern. (dpa)

oben ^ |


19.03.2016 - Sächsische Zeitung

Der Trabi-Kult brummt

Detlef Kunze sorgt dafür, dass die DDR-Autos auch künftig überall rollen. Nur ein kleiner Flecken Erde ist noch trabifrei.

Von Reiner Hanke

sz_img_19032016big Totgesagte leben oder besser gesagt knattern länger: Denn das gilt auch für den Trabi, die Rennpappe. Vor 25 Jahren im April rollte der letzte Trabant in Zwickau vom Band. Die einst begehrten Zweitakter waren plötzlich Ladenhüter. Die Trabant-Story damit aber lange nicht zu Ende. Und einer, der dafür sorgt, dass sie weitergeht, ist Detlef Kunze mit seinem Projekt 601 - der Tuning-Fabrik. Vielleicht dem größten Ersatzteilhandel überhaupt.

(Bild: Vor 25 Jahren im April 1991 rollte der letzte Trabant in Zwickau vom Band. Detlef Kunze sorgt in seiner Tuning-Fabrik in Großröhrsdorf dafür, dass die kleinen Knatterkisten nicht wegen Ersatzteilmangels liegenbleiben. Foto: Matthias Schumann)

Seine Hallen liegen am Stadtrand von Großröhrsdorf. Hinter einer grauen Stahltür taucht der Fan in die Welt des Trabis ein. Gleich links steht eine Galerie Pappen unterschiedlicher Baujahre. Ein Modell ragt heraus oder besser der Aufbau mit Dachzelt. Wenn schon der Trabant Kult ist, dann das Dachzelt erst recht. Ein Trabant Kübel ist gerade auf der Hebebühne. Den baut sich Detlef Kunze momentan auf. Denn er ist zugleich Sammler und verbreitet mit dem einen oder anderen Trabant auch ab und zu den charakteristischen Auspuffdunst auf Straßen der Region. Der Kübel - ein Armeefahrzeug mit Plane statt Dachkonstruktion - sei auch bemerkenswert. Neben amerikanischen Strandbuggys sei der Trabant Kübel international eines der wenigen Fahrzeuge ohne Türen, so Kunze. Ein Trabant Pick-up gehört ebenfalls zu den Raritäten. Der sollte nach Griechenland exportiert werden. Das Geschäft kam nicht zustande.

In den Hallen sieht man noch ein paar kleine Schäden in der Deckenverkleidung vom Tornado vor fünf Jahren, der auch durchs Rödertal tobte. Aber Detlef Kunze ist überzeugt - ein Projekt 601 für Trabifans muss kein piekfeiner Laden sein. Ersatzteile gibt es hier auch für den Pkw Wartburg und den DDR-Kleintransporter Barkas. Aber der Kult dreht sich um den Trabant. Der altert zusehends und lässt den Euro im Ersatzteilhandel rollen. Damit auch der Trabi weiter rollt. Das tut er in über 30 Ländern, wenn Detlef Kunze in seine Kundenkartei schaut.

In Amerika tuckern die Knatterkisten, in Russland und in Europa sowieso, selbst in Monaco oder in Portugal. In Australien rollt mindestens ein Trabi. Eine Beziehung zur DDR spiele oft eine Rolle. So ließ sich ein US-Amerikaner ein himmelblaues Modell in die Staaten einschiffen. Eine Erinnerung an seinen Aufenthalt in der DDR. Nur im Vatikan müsse er noch Überzeugungsarbeit leisten. Der Papa-Trabant ist noch nicht in Sicht.

Der Kult habe mehrere Gründe, denkt Detlef Kunze. Zum einen die besondere Form. Der Trabi zeigt schon Kante. Außerdem kann der Schrauber noch viel selbst erledigen. Aber vor allem ein Grund dürfte wohl eine Rolle spielen: Der Trabant wird mit der Wende im Ostblock verbunden. Es sind die unvergesslichen Bilder, wie sich Trabikolonnen in Berlin über die Grenze schieben und sich Menschen neben der Pappe in den Armen liegen. Oder Kinder wollen genauso einen Trabi haben, wie ihn früher die Eltern hatten. Er habe den Eindruck, dass es immer mehr Trabis auf den Straßen werden.

Rund 11.000 Kunden habe er mittlerweile, und es kommen jetzt jeden Tag zwei bis drei dazu, freut sich Kunze über den Trabi-Boom nach dem langjährigen Schwund. 2014 gab es noch genau 8.547 Trabis in Sachsen. Im Vorjahr kamen 42 dazu, die für den Straßenverkehr zugelassen sind. Doch woher kommen die Rennpappen? Die Produktion steht ja seit 25 Jahren still. Detlef Kunze: "Die Trabis stehen in Opas Scheune oder in Garagen und werden jetzt wieder aufgebaut." Denn an Ersatzteilen mangele es nicht. 99 Prozent habe er garantiert am Lager. In der Regel Originalteile. Dass es davon noch so viele gibt, ist ebenfalls ein Phänomen. "Ich nehme jede Gelegenheit wahr, um Ersatzteillager aufzukaufen", sagt Kunze. Es wurde ja überall in den Fuhrparks geschraubt. Clevere Leute kauften in Wendezeiten die Bestände und lagerten die Teile ein. Ursache war wohl die DDR-Mangelwirtschaft. So wurden Ersatzteile in Größenordnungen gehamstert.

"Der Trabi rollt in 50 Jahren noch."

In seinen Hallen stehen die Blechregale in Reih und Glied, manche bis unter das Dach: voll mit Getrieben, Motorteilen, Sitzen, Stoßstangen oder Kofferraumklappen. Dazu kommen unzählige Kleinteile, gut sortiert in Boxen. Etwa 50 Pakete mit Teilen bringt die kleine Mannschaft jeden Tag auf den Weg. Vier Leute gehören heute zum Projekt-Team. Das hat nicht nur gute Tage erlebt. "Wir waren auch mal bis acht Leute", so Kunze.

Von der Autoreparatur habe er sich dann verabschiedet. Es sei nicht mehr zu stemmen gewesen. Seine Frau Berit arbeite im Büro. Nick Kappler kümmert sich ums Regenerieren von Altteilen, und Robert Berndt managt den Versand.

Detlef Kunze selbst ist als gelernter Kfz-Mechaniker von der Pieke auf mit Trabant und Co. vertraut. Der Dresdner arbeitete im Autowerk Dresden. Auf den Trabi als Geschäftsidee kam er erst 1995. Damals sei er Vertreter für Autozubehör gewesen. Irgendwann sei er dann immer öfter von Händlern auf Tuningteile für den Trabi angesprochen worden. In einer Dresdner Garage startete Kunze schließlich den eigenen Handel, bis die Hallen in Großröhrsdorf gefunden waren. Wie viele Teile er dort lagert? Manchmal antworte er auf die Frage: "Wenn ich alle einzeln für je einen Euro verkaufen würde, wäre ich Millionär."

Das wolle er aber nicht. Mittlerweile sei er über 60 Jahre alt und werde sich demnächst aus dem Geschäft zurückziehen, es an seine Mitarbeiter übergeben. Und die sollen auch noch in 20 Jahren mit dem Trabi ein gutes Geschäft machen können. Er selbst will mit der Pappe und 190 Sachen über Rennstrecken jagen und versichert: "Der Trabi rollt in 50 Jahren noch."

oben ^ |


(Quellen: Veröffentlichungen in Presse und Medien. Achtung! Alle Angaben sind ohne Gewähr! Für Fehler und den aus deren Nutzung resultierenden Schäden übernehmen wir keine Haftung. Die kommerzielle Nutzung ist ausdrücklich untersagt.)


oben ^ |