50 Jahre Trabant 601 (1964-2014)

img001big Damals war's: "... Herstellungsweise und Konstruktion kennzeichnen den neuen Trabant 601 als Spitzenerzeugnis der 600-ccm-Klasse im internationalen Automobilbau. Die typische Trabant-Popularität und das große Interesse an diesem Wagen sind verständlich; denn der neue Trabant 601 vereint in seiner modernen Gesamtkonzeption Höchstwerte an Raum, Leistung und Wirtschaftlichkeit.

Die neue Karosserieform zeigt die Merkmale und Stilelemente zweckvoller Linienführung. Charakteristisch sind die großflächige Gestaltung und das gestreckte Profil durch geradlinige Seitenpartien und das flache Dach. Eloxierte Frontverkleidung, Scheinwerfer mit asymmetrischen Abblendlicht, durchgehende Stoßstangen und große Heckleuchten-Kombinationen über rechteckigen Rückstrahlern vervollständigen den modernen äußeren Gesamteindruck.

Die vielfältigen Vorteile dieser in der Welt einzigartigen Großserienkarosserie auf Plastgrundlage bestehen in den schalldämpfenden, temperaturisolierenden, widerstandsfähigen und korrosionsfreien Materialeigenschaften der verwendeten Duroplast-Pressteile. ... " (Text: Auszug aus dem Werbeprospekt des VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau von 1964. Bild rechts: P 601 BJ 1966. Foto: privat)

Nach Vor- und Nullserie begann seine Serienfertigung im April 1964. Die Doppeltrapez-Form der Karosserie entsprach modernstem Design und Anspruch seiner Klasse (Raum/Leistung/Wirtschaftlichkeit). Der Limousine folgten 1965 die Ausführungen als Kombiwagen (Universal) und 1966 als Kübelwagen. In seiner fast unveränderten äußerlichen Erscheinungsform wurde der Trabant 601 seit April 1964 über 26 Jahre produziert. Anfänglich mit 23 PS gab es ihm ab 1968 mit 26 PS. Dass der 601er trotz seiner nicht mehr ganz so aktuellen Technik zeitlos werden sollte, ahnte damals sicher noch niemand.

img002big Es folgten ständig neue Versuche modernere PKW zu entwickeln und in die Produktion zu bringen, dabei scheiterten die Sachsenring Automobilwerke beständig an politischen Entscheidungen der damaligen Partei- und Staatsführung. Der letzte Trabant 601 lief im Juli 1990 vom Band. Über die Jahrzehnte zwar in Details weiter entwickelt, wurden insgesamt 2.819.663 Stück gefertigt. (Bild links: P 601 BJ 1990. Foto: privat)

img003big Sein Nachfolger mit Viertaktmotor, als Trabant 1.1 (38.865 Stück), war nur ein verkleideter 601er (zeitgenössischer Volksmund: "Die Mumie mit dem Goldzahn!"). Meisterleistung, Sensation oder Irrwitz? Es war eine Meisterleistung wie Fahrwerk, Getriebe und Karosserie vom Trabant 601 an den bedeutend leistungsstärkeren Vierzylinder-Viertakt-Motor von VW angepasst wurden. Hierbei mussten bei der Karosserie mehr als die Hälfte aller Bauteile verändert werden. Die Erhaltung des äußeren Erscheinungsbildes bei der Fahrzeugbeplankung ist hierbei eine echte Sensation. Der Irrwitz ist sicherlich der Kostenaufwand um die Optik beizubehalten, anstatt gleich eine neue Karosserie zu entwickeln. (Bild rechts: T 1.1 BJ 1991. Foto: privat)

Mal ehrlich, die heutigen Kleinwagen - ohne "Doppeltrapez" - kann man in ihrer Bonbon-Form ja nun wirklich nicht mehr als Limousinen oder gar Kombiwagen bezeichnen. Und ohne sich an ihnen stören zu müssen, passt der "601er", zumindest optisch, auch heute noch ins Straßenbild - als getarnter Oldtimer - oder besser noch als fitter Senior mit noch echten Zähnen im Getriebe und ohne "Goldimplantaten". So ändern sich die Zeiten. Ein halbes Jahrhundert hat er überstanden, es sind von seinem Typ immer noch rund 30.000 auf deutschen Straßen zugelassen. Die Zahlen der ehemaligen Importländer sind uns leider nicht bekannt, da dürfte jedoch noch einiges hinzukommen.

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(Quelle: Ein Beitrag vom Trabant Team Freital e.V. - Achtung! Alle Angaben sind ohne Gewähr! Für Fehler und den aus deren Nutzung resultierenden Schäden übernehmen wir keine Haftung. Die kommerzielle Nutzung ist ausdrücklich untersagt.)


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